Phonetik — Luft geht rein, Töne kommen raus … oder so

Phonetik beschäftigt sich mit den Lauten, die wir allgemeinhin als “Sprache” zusammenfassen. Und mit den Körperteilen, die wir zur Produktion ebendieser Laute benötigen. (Nein, unser Darmausgang zählt nicht zu den Sprechorganen … es sei denn, ihr könnt beweisen, dass es eine Sprache gibt, in der Fürze zur allgemeinen Sprache gehören.)

Die Sprechorgane liegen alle im Mund- und Rachenraum: Lippen, Zähne, Zunge, Zäpfchen, Stimmritze, Gaumen, Rachen … Dabei wird jeder Konsonant von zwei beteiligten Sprechorganen produziert: Dem Artikulationsort und dem Artikulator. Der Artikulationsort ist auf der Oberseite unseres Mund- und Rachenraums angesiedelt, da Zahndamm, Gaumen und Rachen unbeweglich sind (Lippen, Zähne und Zäpfchen fallen zwar ein wenig aus dieser Beschreibung raus, können aber auch Artikulationsort sein). Der Artikulator hingegen ist ein bewegliches Sprechorgan (Lippe, Zähne, Zunge).

Dann wird noch unterschieden, ob ein Konsonant stimmlos oder stimmhaft gesprochen wird, also mit offenen oder geschlossenen (schwingenden) Stimmbändern.

Im Deutschen werden die Konsonanten unterteilt in Plosive (Verschlusslaute), Frikative (Reibelaute), Nasale, Affrikaten, Vibranten und Approximanten (noch einmal unterteilt in Laterale und Gleitlaute). Affrikaten sind Doppellaute, in denen erst ein Plosiv und dann ein Frikativ am gleichen Artikulationsort produziert werden. Die deutsche Sprache kennt drei Affrikaten: [pf], [ts] und [tʃ]. Zählt man sie zu den Konsonanten hinzu, kennt die deutsche Sprache insgesamt 27 Konsonanten (von denen drei Konsonanten, je nach Region, untereinander ausgetauscht werden, nämlich die Laute, die für das in der deutschen Sprache stehen — damit nennt man sie Allophone).

Die deutschen Vokale unterscheidet man nach der Position im Mundraum (vorne, Mitte, hinten), der Lippenrundung und der Höhe der Zunge. Außerdem wird im Deutschen zwischen gespannten (langen) und ungespannten (kurzen) Vokalen unterschieden. Die deutsche Sprache hat insgesamt 15 Vokale. Dazu kommen nochmal drei Diphtonge (Doppelvokale) im Standarddeutschen hinzu, die allesamt schließende Diphtonge (Zunge bewegt sich von unten nach oben) sind: [aı], [ɔı] und [aʊ] (typischerweise verschriftlicht als /, / und ). In Wörtern mit einem vokalisierten am Silbenende können auch Triphtonge (Dreifachvokal) vorkommen, z. B. im Wort -> [Ɂaıɐ]. Ein Triphtong kann sowohl fallend, steigend oder mit Umkehrpunkt sein.

Mehr zu den Lauten der deutschen Sprache demnächst in meinem Post über Phonologie.