My Promise to Myself

About nine years ago, when I had just finished vocational school, I made a promise to myself: I would continue to learn languages, and by the time I turned thirty, I would know at least ten languages. At that time, I knew four languages pretty well (German, English, French, and Spanish), and had another language at a higher elementary level (Italian), and had started with Chinese. In the coming year or two, I added a decent knowledge of Dutch to the list, to the point where I was able to read books in all six languages but Chinese. I bought a language self-learning course for Swedish, and for Chinese, since I wanted to continue with Chinese, and learn Swedish as well (that would have been languages seven and eight, with two more to go).

Fast forward to now: My French, Spanish, Italian, and Dutch are rusty at best (to the point where I’ll still understand a fair amount when reading something, but am unable to hold a simple conversation). I started the Swedish course but stopped not even one unit in. I started the umpteenth attempt to learn Chinese this spring, and didn’t continue because life, work, and university got in the way again. I studied Turkish for two semesters at university, and have forgotten most of it again. So basically, I speak two languages fluently and have ruins of five (six if I count Chinese) other languages in my brain that need severe repairs. Still two languages missing. I did try to learn Hungarian (broke off because I’d missed two weeks in a row and didn’t have time to catch up) and Arabic (same story) in university courses.

I turn thirty next year at the end of October. My deadline is getting closer and closer, and the work has become a lot more since I made that promise to myself, not less.

In the coming two semesters (which will end before my thirtieth birthday), I’ll have to learn Sanskrit for my linguistics degree (the historical part), which will be the first dead language on my list. That makes three (German and English being the first two, since I use them daily and teach English).

I just started refreshing my French (which was the first foreign language I learned after English), count four. Once I’m back up to a decent level (not even aiming at my previous B2/C1 level, just getting back to B1 across the skills would be nice), I’m going to do the same for my Spanish. Then, to (hopefully) prevent myself from mixing those two again, I’m going to work on my Dutch before refreshing Italian. B1 across the board is the goal for those four languages. Count seven.

Since I already did Turkish up to A2.1 level, I guess going for Turkish next, up to A2 across the board, is realistic. Count eight.

Chinese is still on my bucket list, and I’m planning on taking the HSK exam next year if it is offered in Berlin again. My minimal goal is HSK 2 (which, I think, is the Chinese equivalent to CEFR A2), both the written and oral test, but I’ll shoot for HSK 3 in writing if I feel confident by the time the exam comes around. I’ll probably study Chinese here and there while also refreshing the other languages, just because I know it’ll take a hell of a lot of time to get those characters memorized. Count nine.

The last one will be Swedish, for two reasons. One, it’s been on my bucket list for a long time now. Two, it’s a Germanic language like German, English, and Dutch, and Dutch was fairly easy to learn for me because of the similarities to German and English. I’m hoping for some help from those three languages when I try to get Swedish up to A2 level by October 29, 2017. Count ten.

I haven’t yet figured out how to evaluate my language skills, though, since there are probably not enough language exam dates available to cover all those languages in the next year (plus, exams can be pretty expensive). Any recommendations of cheap or free online tests are appreciated.

Advertisements

Der Formenbestand klitischer Definitartikel im Ruhrdeutschen

Diese Hausarbeit habe ich im vergangenen Semester mit der Betreuung von Dr. Ulrike Freywald an der Humboldt-Universität zu Berlin geschrieben, im Rahmen meines Bachelorstudiums Germanistische Lintuistik (Note: 1,3).

An dieser Stelle möchte ich noch einmal allen Teilnehmern meiner Umfrage danken; ihr habt die Bearbeitung meiner Forschungsfrage erst möglich gemacht!

Ich stelle meine Hausarbeit hier wieder unter einer CC-BY-NC-ND-Lizenz ein. Ladet sie euch runter, lest sie, gebt sie weiter, solange ihr nichts verändert, mich als Autorin kennzeichnet und kein Geld damit verdient.

Der Formenbestand klitischer Definitartikel im Ruhrdeutschen_Hausarbeit Theresa Travelstead_WS15-16

Semantik — Was wir sagen … was es bedeutet … wahr oder falsch?

In der Semantik geht es um die Satzbedeutung (= Bedeutung der Elemente des Satzes) und die Äußerungsbedeutung (= Wahrheitsgehalt bezogen auf den situativen Kontext).

Jeder Ausdruck hat eine Denotation (= ursprüngliche Bedeutung; die Denotation von “Mann” und “Kerl” z. B. ist die gleiche), eine Extension (= Referenten in der aktuellen Welt) und eine Intension (= die Menge aller Referenten dieses Ausdrucks in allen möglichen Welten).

Wortbedeutung (lexikalische Semantik)

Es gibt in der lexikalischen Semantik zwei Hypothesen zur Kategorisierung von Wörtern: die Merkmalshypothese, die jedem Wort ein Merkmalsbündel zuordnet (bei “Frau” z. B. [-ABSTRAKT], [+BELEBT], [+HUMAN], [+WEIBLICH], [+ERWACHSEN]) (und die ich persönlich nicht sonderlich zielführend oder logisch finde); und die Prototypentheorie, die davon ausgeht, dass jede Kategorie einen typischen Vertreter hat, den Prototyp, dem die anderen Vertreter der Kategorie mehr oder weniger ähnlich sehen. Wie genau so ein typischer Vertreter, oder Prototyp, aussieht, hängt von diversen Faktoren ab (z. B. der Region, in der man aufgewachsen ist) und ist nicht für jeden gleich.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der lexikalischen Semantik ist die Untersuchung von Sinnrelationen, also zu gucken, in welcher Beziehung zwei Wörter zueinander stehen. Eine Auswahl dieser Beziehungen:

Synonymie
Echte Synonymie, also Gleichbedeutung zweier Wörter, ist selten. Im Deutschen wären Beispiele dafür Orange Apfelsine, oder Couch Sofa.

Antonymie
Antonymie bezeichnet die Gegensätzlichkeit. Zumeist wird dieser Begriff auf Adjektive angewendet. Dabei werden zwei Arten der Antonymie unterschieden: die kontradiktorische Antonymie (Komplementarität), oder ausschließende Antonymie (z. B. tot — lebendig); und die konträre Antonymie, bei der es zwischen zwei gegensätzlichen Polen unterschiedliche Grade gibt (z. B. heiß — kalt).

Hyponymie / Hyperonymie
Hier handelt es sich um die Unter- (Hyponymie) bzw. Überordung (Hyperonymie) von Begriffen (z. B. Mädchen — Kind).

Kohyponymie
Kohyponyme haben das gleiche Hyperonym, also den gleichen Oberbegriff (z. B. Spatz, Amsel — Vogel).

Meronymie
Wenn eine Teil-Ganzes-Beziehung vorliegt, sprechen Linguisten von Meronymie.

Polysemie
Hierunter fallen unterschiedliche Bedeutungsvarianten eines Wortes, die von derselben Kernbedeutung abstammen (z. B. Schule als Institution, Schule als Gebäude).

Homonymie
Unter Homonymie versteht man die Gleichheit zweier Wörter. Unterbegriffe sind Homophonie (gleiche Aussprache) und Homographie (gleiche Schreibweise).

Polysemie und Homonymie lassen sich unter Ambiguität (lexikalische Mehrdeutigkeit) zusammenfassen.

Satzbedeutung — die Logik in der Sprache

Aussagenlogik befasst sich nicht mit den Inhalten, sondern nur mit den Wahrheitsgehalten von Aussagen.
Eine Tautologie ist eine Aussage, die logisch wahr ist, während eine Kontradiktion eine Aussage ist, die logisch falsch ist. Kontrarität entsteht hingegen dann, wenn zwei Sätze nicht gleichzeitig richtig, aber gleichzeitig falsch sein können.
Paraphrasen sind synomyme Sätze.
Eine Implikation (Inklusion) liegt dann vor, wenn ein Satz p wahr ist und daraus folgt, dass ein Satz q auch wahr sein muss.

Thematische Rollen

Thematische Rollen sind Kategoriebegriffe für die Argumente von Prädikaten, z. B.:
AGENS
PATIENS / THEMA
ADRESSAT (GOAL)
QUELLE (SOURCE)
ORT / LOKATION
INSTRUMENT
EXPERIENCER
POSSESSOR

Pragmatik — Die Quadratur der Kommunikation

Frei nach Friedrich Schulz von Thun hat jede Kommunikation vier Seiten: Die Senderseite (Wer sagt etwas?), die Empfängerseite (Wer hört es?), die Nachrichtenseite (Was wird gesagt?) und die Beziehungsseite (In welcher Beziehung stehen Sender und Emfpänger zueinander?). Hier setzt auch die Pragmatik an: Sie untersucht eine Äußerung in ihrem Kontext (Sprecher, Hörer, Zeit, Ort, Sprechsituation) und unabhängig von Wahrheitsbedingungen.

Im Rahmen der kontextabhängigen Deutung werden sprachliche Ausdrücke in zwei Kategorien unterteilt:

Deiktische (zeigende) Ausdrücke (z. B. ich, du, hier, jetzt, gestern), die auf eine Referenz im Kontext der Sprechsituation verweisen; und anaphorische Ausdrücke (z. B. er, dieser, kurz davor), die auf eine Referenz im Textkontext verweisen.

Daneben befasst die Pragmatik sich mit bestimmten Folgerungen aus Äußerungen, nämlich den Präsuppositionen, den semantischen Implikationen (Entailments) und den Implikaturen (konventionell und konversationell).

Präsuppositionen sind logische Folgerungen, die sich unabhängig vom Wahrheitsgehalt einer Aussage ergeben.

Beispiel: Frank hat gekündigt.

Präsupposition 1: Es gibt ein Individuum namens Frank.
Präsupposition 2: Er hatte einen Job.

Bei den Auslösern einer Präsupposition wird unterschieden zwischen Eigennamen, definiten Nominalphrasen, Verben der Zustandsveränderung, Temporalsätzen, Temporaladverbien, faktiven Verben und kontrafaktischen Konditionalen.

Eine Präsupposition kann durch (sprachlichen oder situativen) Kontext aufgehoben werden.

Für Präsuppositionen gibt es einige Tests, um sie von Assertionen (dem wahrheitsfunktionalen Gehalt von Aussagen) und semantischen Implikationen zu unterscheiden.

1) Negationstest (wenn der Satz verneint wird, bleibt die Präsupposition trotzdem bestehen)
2) Modalisierungstest (wenn der Satz modalisiert wird, bleibt die Präsupposition bestehen)
3) Fragetest (wenn der Satz zu einer Frage umformuliert wird, bleibt die Präsupposition bestehen)
4) Konditionalisierungstest (wenn der Satz ins Konditional gesetzt wird, bleibt die Präsupposition bestehen)

Semantische Implikationen (Entailments): Satz p impliziert Satz q, d. h. wenn p wahr ist, ist auch q wahr.

Beispiel:
p: Karl wurde erschossen.
q: Karl ist tot.

Konventionelle Implikaturen sind mit der Bedeutung eines Ausdrucks fest verbunden, ohne Einfluss auf die Wahrheitsbedingungen zu haben; sie geben einem Ausdruck eine zusätzliche Bedeutungskomponente (z. B. die Anrede “Sie” vs. “du”). Diese Art Implikaturen sind nicht aufhebbar, aber ablösbar (können mit einer Paraphrase ausgedrückt werden, die nicht die zusätzliche Bedeutungskomponente hat).

Konversationelle Implikaturen hingegen entstehen jeweils nur in bestimmten Äußerungssituationen. Die Grundlage hierfür bildet die Annahme, dass es Maximen gibt, die jede Konversation steuern und an die die Beteiligten sich in der Regel halten. Die vier Maximen werden unter dem Kooperationsprinzip zusammengefasst und lauten:
1) Maxime der Qualität
2) Maxime der Quantität
3) Maxime der Relevanz
4) Maxime der Modalität

Auf der Basis des Kooperationsprinzips werden Äußerungen interpretiert (inkl. scheinbarer und tatsächlicher Nicht-Befolgung der Maximen). Ironie z. B. wäre eine Verletzung der Qualitätsmaxime, weil die gemeinte Aussage ins Gegenteil verkehrt wird (vlg. “Peter, das hast du ja toll gemacht!”, wenn Peter gerade etwas kaputtgemacht hat).

Graphematik — Warum schreiben wir so, wie wir schreiben?

Heute dreht sich alles um unsere Rechtschreibung und die Prinzipien, die sich dahinter verstecken. Denn ja, ob ihr es glaubt oder nicht, unsere deutsche Rechtschreibung hat Sinn und Verstand dahinter!

Warum tun sich viele Kinder dann trotzdem so schwer, unsere deutsche Rechtschreibung zu lernen? Nun, die deutsche Sprache richtet sich nicht ausschließlich nach dem phonographischen Prinzip (das besagt, dass jedes Phonem genau einem Graphem zugeordnet ist). Dabei ist Graphem ≠ Buchstabe. Das Deutsche kennt nämlich auch sogenannte Di- und Trigraphen (, , , , , , ).

Während viele Wörter nach dem phonographischen Prinzip richtig geschrieben werden können, haut es leider nicht bei allen Wörtern hin. Vergleicht die Wörter (/ziːgən/ -> ) und (/baːn/ -> ). Das ist ein Graphem für das langgesprochene [iː] und wird demnach beim phonographischen Schreiben richtig wiedergegeben. Auch das Graphem für das Phonem /z/ ist belegt. Das langgesprochene [aː] auf der anderen Seite entspricht, genau wie das kurzgesprochene [a], dem Graphem . Die deutsche Großschreibung von Substantiven ist ebensowenig Teil des phonographischen Prinzips, so dass aus “Bahn” die Verschriftlichung wird.

Welche anderen Prinzipien bestimmen also, wie wir Deutschen schreiben?

Nun, zum einen wird unsere Orthographie durch die Politik bestimmt. Die zugrundeliegenden Regeln kommen allerdings aus der Graphematik, und die meisten orthographischen Regeln lassen sich auf ein oder mehrere graphematische Prinzipien zurückführen.

Neben dem oben erläuterten phongraphischen Prinzip gibt es das sogenannte silbische Prinzip, das eng mit der Silbenphonologie verwandt ist (siehe auch meinen Post zur Phonologie, Teil 2). Es hängt mit dem Längenausgleich innerhalb einer Silbe zusammen, der besagt, dass ein ungespannter (also kurzer) Vokal niemals in einer betonten offenen Silbe steht, und dass eine komplexe Koda mit mehr als einem Konsonanten niemals auf einem gespannten (also langen) Vokal folgt (ja, es gibt auch hier leider Ausnahmen, z. B. die Wörter und ). Problemfälle sind in der Hinsicht die Silben mit nur einem Konsonant in der Koda, da gespannte und ungespannte Vokale in der Regel (Ausnahmen sind vs. und vs. ) mit dem gleichen Graphem verschriftlicht werden.

Um hier Abhilfe zu schaffen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, gespannte Vokale kenntlich zu machen. Eine davon ist das Dehnungs-h, das allerdings nur vor den Sonoranten , , und auftritt. Dann wiederum gibt es die Vokalverdoppelung, die aus visuellen Gründen grundsätzlich nur bei
, und möglich ist.

Auf der anderen Seite werden Silbengelenke, die nur nach ungespannten Vokalen auftreten, durch Konsonantenverdopplung kenntlich gemacht (Di- und Trigraphe werden nicht verdoppelt, für und gibt es besondere Schreibweisen im Silbengelenk: und ).

Auch das silbentrennende gehört zu diesem Prinzip. Es wird zwischen zwei Vokale gesetzt, die als Silbenkerne andererseits in der Schreibung direkt aufeinandertreffen würden (z. B. in den Wörtern und ).

Das dritte große Prinzip ist das morphologische Prinzip. Dieses Prinzip besagt, dass morphologisch verwandte Stämme gleich repräsentiert werden, damit man die Verwandtschaftsbeziehungen sieht. Deshalb wird beispielsweise mit und nicht mit geschrieben, oder mit (da die Pluralform das Silbengelenk hat).

Neben den drei großen Prinzipien gibt es noch einige graphematische Tendenzen wie die Differenzierung homophoner Formen (vgl. vs. ), die etymologische Schreibung und die ästhetische Schreibung.

Phonologie, Teil 2: In Reih und Glied, ihr Silben!

Wie gestern schon angekündigt, kommt heute Teil zwei meiner Zusammenfassung zur Phonologie. Diesmal geht es um Silben, genauer gesagt der Silbenstruktur (und ihrem Skelett, dazu unten mehr).

Jede Silbe besteht strukturell aus einem Onset (Silbenanfangsrand) und einem Reim (der sich dann weiter aufgliedert in Nukleus und Koda (Silbenrand)). Der einzige Platz, der immer besetzt sein muss, ist der Nukleus, auch Silbenkern oder Silbengipfel genannt. Wenn eine Silbe eine leere Koda hat, ist es eine offene Silbe. Ist die Koda besetzt, nennt man die Silbe geschlossen.

Der Silbenbildung liegen im Deutschen zwei Prinzipien zugrunde: Die Sonoritätshirarchie und die Maximaler-Onset-Regel.

Die Sonoritätshirarchie besagt, dass der Sonoritätshöhepunkt im Nukleus liegt und der Onset eine steigende, die Koda eine fallende Sonorität aufweisen. Sprich: Wenn eine Silbe einen (oder mehrere) Vokal(e) hat, ist das immer der Nukleus. Alles davor steht im Onset, alles danach in der Koda. Sollte eine Silbe (z. B. durch Schwa-Tilgung) keinen Vokal mehr haben, übernimmt ein vokalisierter Konsonant (ein Sonorant, z. B. ein /n/ oder /l/) den Nukleus als Silbenkern.

Sonorität der verschiedenen Laute:

 ^ Vokale
 | Gleitlaute ([j])
 | Liquide ([l], [r], [ʀ])
 | Nasale ([m], [n], [ŋ])
 | Frikative
 | Plosive

Die Maximaler-Onset-Regel besagt, dass im Deutschen der Onset einer Silbe so groß wie möglich (unter Einhaltung der Sonoritätshirarchie) ist. Im Zweifelsfall wird eine vorangehende Silbe also offen sein, damit der Konsonant im Onset der Folgesilbe stehen kann. Die deutsche Sprache hat so gut wie nie einen leeren Onset (selbst bei Wörtern oder Silben, die mit Vokal anfangen, setzen wir obligatorisch einen Knacklaut ein, der zu den Konsonanten zählt).

Im Deutschen findet zwischen Nukleus und Koda in der Regel ein Längenausgleich statt. Wenn wir also eine prall gefüllte Koda haben, ist der Vokal im Nukleus kurz, d. h. ungespannt. Haben wir stattdessen eine offene Silbe, ist der Vokal lang, d. h. gespannt, oder ein Diphtong (Doppelvokal). Die Gewichtigkeit der einzelnen Silbenbestandteile wird anhand der Skelettschicht dargestellt. Ein langer Vokal erhält zwei “X”, während ein Konsonant, der als Silbengelenk agiert (also sowohl Koda wie auch Onset der Folgesilbe besetzt) nur ein “X” erhält. Auch Affrikaten werden nur durch ein “X” dargestellt, auch wenn sie mit zwei Lautzeichen transkribiert werden.

Beispiel: Essen

    ơ          ơ      (das Sigma steht für Silbe)
   /   \       /   \
 O    R  O    R
  |     /  \  |    /   \
  |   N K |   N  K
  |    |    \ /    |    |
 X  X   X   X  X
  |    |     |     |    |
[Ɂ   ɛ    s    ə   n]

Phonologie — Laute einer Sprache, vereinigt euch!

Im Gegensatz zur Phonetik befasst sich die Phonologie nur noch mit den Lauten, die in einer bestimmten Sprache vorkommen. Es geht nicht mehr darum, wo welcher Laut produziert wird, sondern eher, in welchem Verhältnis die Laute einer Sprache zueinander stehen und wie Silben aufgebaut sind (richtig, es erinnert ebenfalls an Strukturbäume … ich werde verfolgt …).

Wir unterhalten uns diesmal über Phoneme, Allophone, phonologische Prozesse, phonologische und phonetische Repräsentation, Silbengelenke, Silbenstrukturen …

Aber fangen wir vorne an. Ein Phonem ist die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit (wir erinnern uns an Morpheme, die die kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache sind). Was bedeutet das nun genau? Nehmen wir ein Beispiel, die beiden Wörter und . Sie unterscheiden sich nur durch die Laute [f] bzw. [b]. Beide Wörter haben eine unterschiedliche Bedeutung. Damit sind die Laute [f] und [b] bedeutungsunterscheidend, und Phoneme der deutschen Sprache.

Was ist mit [ç] und [x], den Endlauten in <mich> und <doch>? Können wir ein Minimalpaar wie oben finden (d. h. zwei Wörter, die sich nur durch diese Laute unterscheiden)? Nein, da die beiden Laute in der deutschen Sprache in sogenannter komplementärer Distribution vorkommen, d. h. sie kommen niemals in der gleichen Lautumgebung vor. [x] kommt nur nach hinteren und zentralen Vokalen vor, während [ç] nach Vorderzungenvokalen, Konsonanten oder im Morphemanlaut vorkommt. Damit sind die beiden Laute im Deutschen Allophone.

Auch das im Deutschen wird unterschiedlich realisiert. Diesmal hat die Realisierung aber nichts mit der Lautumgebung, sondern mit der Region in Deutschland (stark verallgemeinert) zu tun. Die Laute [r], [ʀ] und [ʁ] sind ebenfalls Allophone, allerdings kommen sie in freier Variation vor.

Was hat es nun mit den phonologischen Prozessen, der phonologischen und der phonetischen Repräsentation auf sich?

Im Deutschen gibt es eine Reihe von Ausspracheregeln, von denen einige Pflicht und andere optional sind. Die vielleicht bekannteste dieser Regeln ist die Auslautverhärtung. Ein stimmhafter Konsonant am Wortende wird immer stimmlos gesprochen. Die Regel für Auslautverhärtung liest sich wie folgt: [-son] -> [-sth]/_# (nicht-sonorante Laute werden am Wortende zu nicht-stimmhaften Lauten).

Beispiel: Das Wort sieht in der phonologischen Repräsentation (vor Anwendung phonologischer Regeln) so aus: /hund/. Dann folgt die Anwendung der Auslautverhärtung, und die phonetische Repräsentation (so, wie das Wort tatsächlich gesprochen wird) ist dann die folgende: [hunt].

Weitere obligatorische phonologische Regeln des Deutschen:

-> /g/-Tilgung: /g/ -> ø/[+nasal, +velar]_]ơ
-> regressive velare Nasalassimilation: /n/ -> [ŋ]/_[+velar, +plosiv]
-> Welchsel Ich-/Ach-Laut: /ç/ -> [x]/{[uː]; [ʊ]; [oː]; [ɔ]; [aː]; [a]}_

Daneben gibt es eine Reihe von optionalen phonologischen Regeln:

-> Schwa-Tilgung: /ə/ -> ø/X_{[+sonorant]; absoluter Auslaut}
-> Geminatenreduktion (Wegfall von doppelten gleichen Buchstaben im Silbengelenk)
-> Hinzufügen von Segmenten (Epenthese): ø -> B/X_Y
-> regressive Nasalassimilation (von rechts nach links) und progressive Nasalassimilation (von links nach rechts) (allgemein)
-> Spirantisierung
-> R-Vokalisierung
-> Aspiration von Plosiven

Um die Silbenstruktur kümmere ich mich im nächsten Post, da dieser bereits ziemlich lang und umfangreich ist. Außerdem ist es spät, ich muss morgen ganz früh zur Uni, und ich bin müde 😉