Semantik — Was wir sagen … was es bedeutet … wahr oder falsch?

In der Semantik geht es um die Satzbedeutung (= Bedeutung der Elemente des Satzes) und die Äußerungsbedeutung (= Wahrheitsgehalt bezogen auf den situativen Kontext).

Jeder Ausdruck hat eine Denotation (= ursprüngliche Bedeutung; die Denotation von “Mann” und “Kerl” z. B. ist die gleiche), eine Extension (= Referenten in der aktuellen Welt) und eine Intension (= die Menge aller Referenten dieses Ausdrucks in allen möglichen Welten).

Wortbedeutung (lexikalische Semantik)

Es gibt in der lexikalischen Semantik zwei Hypothesen zur Kategorisierung von Wörtern: die Merkmalshypothese, die jedem Wort ein Merkmalsbündel zuordnet (bei “Frau” z. B. [-ABSTRAKT], [+BELEBT], [+HUMAN], [+WEIBLICH], [+ERWACHSEN]) (und die ich persönlich nicht sonderlich zielführend oder logisch finde); und die Prototypentheorie, die davon ausgeht, dass jede Kategorie einen typischen Vertreter hat, den Prototyp, dem die anderen Vertreter der Kategorie mehr oder weniger ähnlich sehen. Wie genau so ein typischer Vertreter, oder Prototyp, aussieht, hängt von diversen Faktoren ab (z. B. der Region, in der man aufgewachsen ist) und ist nicht für jeden gleich.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der lexikalischen Semantik ist die Untersuchung von Sinnrelationen, also zu gucken, in welcher Beziehung zwei Wörter zueinander stehen. Eine Auswahl dieser Beziehungen:

Synonymie
Echte Synonymie, also Gleichbedeutung zweier Wörter, ist selten. Im Deutschen wären Beispiele dafür Orange Apfelsine, oder Couch Sofa.

Antonymie
Antonymie bezeichnet die Gegensätzlichkeit. Zumeist wird dieser Begriff auf Adjektive angewendet. Dabei werden zwei Arten der Antonymie unterschieden: die kontradiktorische Antonymie (Komplementarität), oder ausschließende Antonymie (z. B. tot — lebendig); und die konträre Antonymie, bei der es zwischen zwei gegensätzlichen Polen unterschiedliche Grade gibt (z. B. heiß — kalt).

Hyponymie / Hyperonymie
Hier handelt es sich um die Unter- (Hyponymie) bzw. Überordung (Hyperonymie) von Begriffen (z. B. Mädchen — Kind).

Kohyponymie
Kohyponyme haben das gleiche Hyperonym, also den gleichen Oberbegriff (z. B. Spatz, Amsel — Vogel).

Meronymie
Wenn eine Teil-Ganzes-Beziehung vorliegt, sprechen Linguisten von Meronymie.

Polysemie
Hierunter fallen unterschiedliche Bedeutungsvarianten eines Wortes, die von derselben Kernbedeutung abstammen (z. B. Schule als Institution, Schule als Gebäude).

Homonymie
Unter Homonymie versteht man die Gleichheit zweier Wörter. Unterbegriffe sind Homophonie (gleiche Aussprache) und Homographie (gleiche Schreibweise).

Polysemie und Homonymie lassen sich unter Ambiguität (lexikalische Mehrdeutigkeit) zusammenfassen.

Satzbedeutung — die Logik in der Sprache

Aussagenlogik befasst sich nicht mit den Inhalten, sondern nur mit den Wahrheitsgehalten von Aussagen.
Eine Tautologie ist eine Aussage, die logisch wahr ist, während eine Kontradiktion eine Aussage ist, die logisch falsch ist. Kontrarität entsteht hingegen dann, wenn zwei Sätze nicht gleichzeitig richtig, aber gleichzeitig falsch sein können.
Paraphrasen sind synomyme Sätze.
Eine Implikation (Inklusion) liegt dann vor, wenn ein Satz p wahr ist und daraus folgt, dass ein Satz q auch wahr sein muss.

Thematische Rollen

Thematische Rollen sind Kategoriebegriffe für die Argumente von Prädikaten, z. B.:
AGENS
PATIENS / THEMA
ADRESSAT (GOAL)
QUELLE (SOURCE)
ORT / LOKATION
INSTRUMENT
EXPERIENCER
POSSESSOR

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